Wenn das Familienleben auf den Kopf gestellt wird

Dr. Katja Leikert und die Frauen Union Main-Kinzig besuchen den Kinder- und Jugendhospizdienst in Hanau

Das Foto zeigt u.a. Lisa Criseo-Brack (links), Dr. Katja Leikert (2. von links) und Gregor Schmidt (5. von links).
Das Foto zeigt u.a. Lisa Criseo-Brack (links), Dr. Katja Leikert (2. von links) und Gregor Schmidt (5. von links).
Wenn ein Kind lebensbedrohlich erkrankt, wird das Leben seiner Familie von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt. In der heimischen Region erfahren die betroffenen Kinder, ihre Eltern und Geschwister in dieser schwierigen Situation auf Wunsch Unterstützung durch den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst mit Sitz in Hanau. Die Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert informierte sich gemeinsam mit Vertreterinnen der Frauen Union Main-Kinzig über die wichtige Arbeit, die hier – zum Großteil ehrenamtlich – geleistet wird.

Im ehemaligen Altkreis Hanau nehmen derzeit rund 20 Familien den Kinder- und Jugendhospizdienst in Anspruch, berichteten Lisa Criseo-Brack, die die Arbeit der Helfer als hauptberufliche Koordinatorin organisiert, und Gregor Schmidt, Bereichsleiter Kinder- und Jugendhospizdienste des Dachverbandes Deutscher Kinderhospizverein e.V.. Rund 40 Ehrenamtliche, derzeit im Alter zwischen 23 und 71 Jahren, unterstützen die Familien - meist einmal pro Woche für mehrere Stunden - in ihrem häuslichen Umfeld. Darüber hinaus versteht sich der Verein als Netzwerk für Betroffene und bietet Treffen, Ausflüge und Informationsveranstaltungen an. Die Ehrenamtler werden zuvor in einer mehrwöchigen Schulung auf ihren Einsatz vorbereitet; regelmäßige Supervision, um das Erlebte verarbeiten zu können, gehören ebenso dazu. Alter, Beruf oder Vorerfahrung spielen bei der Auswahl der Helfer keine Rolle, betont Lisa Criseo-Brack. „Vielmehr kommt es auf eine positive Lebenseinstellung an.“ Die Arbeit des Jugend- und Hospizdienstes finanziert sich u.a. über die Krankenkassen, zum überwiegenden Teil jedoch aus Spenden. Die Finanzierung von Fachkräften gestaltet sich daher oft schwierig. Darüber hinaus fehlt es an geschultem Pflegepersonal speziell für Kinder, die ganz andere Bedürfnisse als Erwachsene haben. Katja Leikert versprach, die Anregungen mit in die politische Diskussion nach Berlin zu nehmen. „Was Sie und die vielen ehrenamtlichen Helfer hier leisten, ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Sie schenken den Kindern und Jugendlichen sowie ihren Familien das vielleicht wichtigste: Zeit und menschliche Zuwendung.“ Mehr Information unter www.akhd-hanau.de.

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